Liebe Bruderholzhofkund*innen,
Einmal Schwitzen reicht für diesen Juni wohl nicht mehr aus. Die im Mai gestartete Erdbeersaison hat im Juni sowohl ihren Höhepunkt als auch ihr Ende gefunden, zudem konnten wir der Kirsch- und Essigfliege noch einige Kirschen vor der Nase weg schnappen, die wir sogleich eingekocht und eingefroren haben. In einer ruhigeren Zeit werden wir feine Konfis draus fertigen. Zugleich ist das Gemüse salopp gesagt, abgegangen wie s’Zäpfchen und einige Heu- und eine erfreuliche Gerstenernte konnten wir ebenfalls einfahren.
Aufgrund der vielen Rückmeldungen, möchten wir mit einem kleinen Resümé zu den Erdbeeren starten. Beschäftigt haben uns vor allem die Meldungen bezüglich der hohen Preise und der damit verbundene Unmut bei gewissen Kund*innen. An dieser Stelle wollen wir versuchen, Ihnen einen Einblick in den Erdbeeranbau zu geben und etwas Transparenz zur Preisfindung zu schaffen:
Erdbeeren sind selbst im konventionellen Anbau eine sehr aufwändige Kultur. Der grosse Anteil an Handarbeit macht einen Teil des aufwendigen Prozesses aus. So haben wir zum Beispiel mehrere Male das Erdbeerfeld von Hand von Unkraut befreit. Um die Pflanzen vor den Rehen zu schützen, haben wir im Herbst einen grossen Zaun um das Feld aufgebaut. Im Frühling haben wir Stroh unter jede einzelne Pflanzen verteilt, um Schimmel an den Früchten vorzubeugen. Schliesslich nutzten wir dann jeden Tag in der Früh die kühlen Morgenstunden, um die Früchte so frisch wie möglich abzulesen – und falls am Abend noch welche unverkauft blieben, haben wir diese verlesen und eingefroren.
Viele Arbeitsschritte des Anbaus fallen zudem immer in eine Zeit, in der auch sonst im Gemüse, auf dem Acker und auf Wiesen und Weiden viel Arbeit ansteht. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb der Erdbeeranbau vermehrt auf wenige Betriebe verschoben wird, die sich auf diese Kultur spezialisieren und entsprechend in dieser Zeit von keinen oder nur wenigen anderen Kulturen in die Pflicht gezogen werden. Zudem wird oft auf eine Vielzahl an saisonalen, meist minimal bezahlten Arbeitskräften aus dem Ausland zurückgegriffen.
Uns ist es ein Anliegen, den Anbau und so auch die Produktauswahl für Mensch und Natur möglichst vielseitig zu gestalten. Wir bezahlen Löhne in der Höhe von 20.- bis 27.-/Std., was für landwirtschaftliche Verhältnisse – erschreckender Weise – ziemlich hohe Ansätze darstellt.
Entsprechend schlägt sich dieser Aufwand in den Kosten nieder.
Wir möchten an dieser Stelle hervorheben, dass wir Ihnen allen stets dankbar sind für Ihre ehrlichen Rückmeldungen, welche es uns ermöglichen, unser Tun und Walten kritisch zu hinterfragen und mit Ihnen in den Austausch zu treten. Nicht unbeachtet bleiben selbstverständlich auch die Rückmeldungen von allen, die sich an dem unvergleichlichen Geschmack unserer Erdbeeren erfreut haben.
Ein sehr grosser Dank geht an all unsere lieben Ernteherlfer*innen, die uns während der vergangenen Wochen täglich in aller Frühe zur Hilfe geeilt sind und diese Erbeersaison ermöglicht und unsere Runde etwas bunter gemacht haben.
Zack und schon befinden wir uns inmitten der Ernte unserer Sommerfrüchte, die von Zuchettigrün, über Auberginenviolett bis hin zur Tomatenröte in voller Farbenpracht und wärmeliebend – dank tropfend und sprühender Bewässerungen – als reiche Geschmackspalette im Hofladen und auf Märkten erscheinen. Weniger erfreulich ist die anhaltende grosse Trockenheit und Hitze aber nicht zuletzt für unsere Obstbäume, die vielversprechend und reich bestückt aus dem Frühling kamen, inzwischen aber notgedrungen ihre Früchte zunehmend abwerfen und verkümmern lassen müssen, um wenigstens noch lebendig zu überdauern.
Etwas kühler, aber nicht weniger trocken hat es beinahe ein Drittel unserer Kühe, die – wie schon die letzten Jahre – auf der Alp Rischuna im schönen Graubünden weilen. Bald werden sie uns, durch Älplerinnenhand, den ersten Alpkäse und feine Butter bescheren.
Zum Schluss noch zweierlei Sachlichkeiten:
Erstens: Der Schmätzgibegg befindet sich wie jedes Jahr zurzeit in den Sommerferien. Deshalb können wir Ihnen bis am 4. August kein frisches Brot anbieten. Gefrorenes heds solangs hed.
Zweitens: Eine äusserst wichtige Bitte an alle, die noch grosse Gläser von uns zuhause haben (jene der grossen Quark und Joghurts, Sauerkraut und Mirabellen): Bitte retourniert diese! Diese Gläser werden nicht mehr produziert und unser Vorrat schwindet rasant. Es besteht also ein akuter Mangel und Sie können uns etwas Zeit verschaffen, um ein neues, geeignetes Glas zu finden.
In diesem Sinne, grüssen wir bunt und lieb vom Bruderholzhof,
Laura, Flora, Sämy, Isidor und Manuel


